Kreuzweg der Kirche St. Fridolin, Zell

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Das Video zum Kreuzweg können Sie auf youtube ansehen:
Der Kreuzweg ist ein Weg der Begegnung zwischen Menschen, ihren Schwächen und Stärken, ihren Gefühlen und Empfindungen. Zwischen ihrem Mut und ihren Lasten, ihren Haltlosigkeiten und Hoffnungen, zwischen ihrer Verbundenheit und ihrer Zerrissenheit – voller Widersprüche und doch mit Sinn gefüllt.
1. Station
Jesus begegnet seiner Verurteilung
- Dem gespaltenen Menschen
- Dem, der sein Gesicht verloren hat
- Dem, der nicht weiß, wem er es recht machen soll
- Dem, der seine Hände in Unschuld wäscht obgleich er weiß, daß sein Handeln nicht rechtens ist.
2. Station
Jesus begegnet dem Kreuz, dem Sinnbild für Last und Tod.
Seine Bestimmung sagt ihm, dass darin Heil liegt.
Er nimmt voller Hoffnung und Vertrauen seinen Todesbalken – unsere Last- auf sich und es gibt keine Umkehr mehr.
Mit den Schmerzen wächst die Dornenkrone um ihn.
3. Station
Jesus begegnet der Hilflosigkeit,
ohne Schutz der Gewalt des Kreuzes und der Aggression seiner Übeltäter, die ihm noch im Fallen die Dornen ins Gesicht drücken, ausgeliefert zu sein.
4. Station
Jesus begegnet dem Mitleid
Mitleiden hießt Leiden erträglich zu machen. In der Begegnung mit seiner Mutter wird
-die Last des Kreuzes,
der wachsende Schmerz der Dornen, für eine Umarmung lang erträglich.
Im Mitleiden teilt sich das Leid, mitleiden ist eine Macht in der Ohnmacht. Das Kreuz
verliert Gewicht, die Dornenkrone wird zum Ornament.
5. Station
Jesus begegnet der tatkräftigen Hilfe
Obgleich die Dornen zum Stacheldrahtverhau werden, geht Simon mit ihm ein Stück des Weges. Ob er ihm seelisch beisteht, weiß man nicht. Er wurde gezwungen oder aufgefordert Jesus zu helfen. Aber er greift zu und trägt, was in seiner Macht steht und empfängt die Freude, die Helfende empfangen.
So soll uns auch das Kreuz auffordern,
-tragen zu helfen am Leid des anderen, um Leiden zu mildern.
6. Station
Jesus begegnet dem Trost
Veronika tröstet den Todgeweihten mit ihrem Tuch. Zurück bleibt nicht nur das Angesicht, zurück bleibt der Gedanke
- der Gedanke der Barmherzigkeit,
- der Hinwendung zu den Schwachen, den Armen, den Todgeweihten
- am Beispiel von Mutter Theresa zu lernen
7. Station
Jesus begegnet der eigenen Schwäche
Es ist der haltlose Fall in ein Gestrüpp aus Dornen, der seelische Zusammenbruch beim Fall auf der Mitte des Weges, in der Mitte des Lebens.
8. Station
Jesus begegnet der Trauer
- Einer hilflos verzagten Trauer, im Bildnis einer alten Frau im Rollstuhl
- Einer fragenden Trauer, im Bildnis einer Afrikanerin zwischen Dürre, Krieg, Flucht und Vertreibung
- Einer in sich verlorenen Trauer, im Bildnis einer ins Leere schauenden, resignierten Frau
- Einer verzweifelten Trauer, im Bildnis einer perspektivlosen, bekümmerten, weinenden Frau
- Einer hoffenden Trauer, im Bildnis eines kleinen Mädchens
9. Station
Jesus begegnet dem Tod
-man nennt ihn auch den Leibhaftigen.
Jesus ist an der Schädelstätte angekommen. Alles Hoffen auf eine unverhoffte Wendung ist vorbei und alle Kraft hat ein Ende.
Er und alles bricht in sich zusammen.
Auch der Rahmen bricht, Dornen und Scherben brechen über ihn herein.
Das Kreuz bricht ihm das Kreuz. Auge in Auge mit dem Tod sieht er sein Ende.
Er wird vom Tode berührt, von der Todesahnung umfangen – verrenkt sich im Todeskampf, der dem Sterben voraus geht.
10. Station
Jesus begegnet den steinernen Herzen
- Dem Neid, der Habgier und dem Egoismus.„sein Kleid“
- Jesus trägt nun nur noch das Kleid der Schmerzen, welches ein Kleid einer anderen Welt ist. Und diese Schmerzen tragen ihn wie ein Boot im Flusse des Geschehens, dem er sich nicht entziehen weil, weil er weiß, dass es ihm so verheißen ist und er den Kelch angenommen hat.
- Und noch schlimmer, man streitet sich auch noch darum. Die Ohren, um zu hören, sind verschlossen oder gar nicht vorhanden.
- Man stellt ihn bloß und nimmt ihm das Letzte, was er besitzt,
11. Station
Jesus begegnet den Nägeln mit Köpfen
Hier wird Jesus im Sinne des Wortes
„aufs Kreuz gelegt“
Und die Pharisäer machen endlich „Nägel mit Köpfen“
-man kann ihn nicht mehr dulden.
- Nägel mit Köpfen wollen alles dingfest machen und keine Zwischentöne hören
- Nägel mit Köpfen wollen alles Unfassbare einfach erledigen – auch ihn „einfach erledigen“
- Nägel mit Köpfen können
- Mit Eitelkeit verachten
- Mit null Toleranz verurteilen.
- Mit Rufen morden – wie „weg mit ihm“
12. Station
Jesus begegnet der Finsternis im …Stahlblech
Jesus begegnet dem Tod
Jesus begegnet dem Nichts
Jesus begegnet Gott
Er verliert den Boden unter den Füßen und der Himmel verfinstert sich nachtschwarz; trennt der Tod wie eine Guillotine unsere Seele aus den Schichten unseres Leibes. Der letzte Aufschrei der Verlassenheit geht über in „Deine Hände befehle ich meinen Geist“ und Gott kommt aus der Tiefe.
Und so wie Gott die Seele des Toten bewegt, so sind auch wir in der Begleitung der Sterbenden bewegt und angerührt.
13. Station
Ab hier begegnen WIR Jesus
Seine Schmerzen sind wie ein Feuer auf seine Mutter Maria übergegangen.
Wir begegnen Jesus und Maria in der Zerrissenheit und Trauer, den stechenden Schmerzen und brennenden Füßen. Maria nimmt den gequälten Leib an sich und in ihrem Gesicht spiegelt sich doch Erlösung und Hoffnung.
Der Rahmen ist gekoppt und auf die Spitze gestellt, nichts ist mehr wie vorher.
Der stille Moment, die kostbare Zeit zwischen Tod und Bestattung läßt uns innehalten um in seinem Sinne, unsere Sinne nach dem Sinn des Leidens zu fragen.
14. Station
Wir begegnen in der Gabenbereitung den Wurzeln unseres Glaubens, der Auferstehung in Gott.
Denn so wie sich nach dem Tode Körper und Seele voneinander scheiden,
- So nimmt Gott unsere Seele in den Himmel auf
- Und so nimmt auch Mutter Erde unseren Leib der aus ihr kommt zurück, wie ein Weizenkorn.
Rost – Vergänglichkeit – Erde- Licht und Ewigkeit
Jesus wird selbst zum Kreuz, das für uns als Symbol von Leid, Tod und Auferstehung geworden ist.
Hier an der Station der Verwandlung, wandelt sich auch das Material von Holz in Eisen.
Adresse
Kreuzweg der Kirche St. Fridolin, Zell
Kirchstraße 17
79669 Zell im Wiesental
Kirchstraße 17
79669 Zell im Wiesental
