Athanasius (Athanasios) der Große von Alexandria

Namenstage: Athanasius

Funktion: Heiliger, Patriarch (Bischof) von Alexandria, Kirchenlehrer, einer der vier griechischen Kirchenväter (neben Basilius dem Großen, Gregor dem Jüngeren von Nazianz und Johannes Chrysostomos)

Gedenktag: 2. Mai

Patronat: gegen Kopfschmerzen

wird in allen christlichen Kirchen als Kirchenlehrer hochverehrt

Athanasius, geboren um 295 im ägyptischen Alexandria als Sohn christlicher Eltern, erhielt eine  umfassende Ausbildung und wurde Diakon und Sekretär des Patriarchen (Bischof) seiner Geburtsstadt, Alexander (Alexandros), der seit 318 gegen die Ketzerlehre des Arius (um 260–336) kämpfte, die die Wesensgleichheit (Homousie) von Gott Vater und Gott Sohn leu gnete. Ihn begleitete er 325 auf das erste Ökumenische Konzil von Nicäa (heute Iznik südöstlich von Istanbul in der Westtürkei), auf dem sich das »Nicänische Glaubensbekenntnis « (Symbolum Nicaenum) durchsetzte, mit dem der Arianismus als Irrlehre verurteilt und die Lehre von der Dreieinigkeit (Trinität) der göttlichen Personen Vater, Sohn und Hl. Geist bestätigt wurde. Nach dem Tode Alexanders 328 zu dessen Nachfolger gewählt, kämpfte Athanasius kompromisslos gegen die nachwie vor mächtigen Arianer, die sich der Unterstützung des kaiserlichen Hofes in Konstantinopel (ab 1453 Istanbul) erfreuten. Kaiser Constantius II., ab 337 Augustus der oströmischen Provinzen und ab 352 (bis 361) Kaiser des gesamten Römischen Reiches, erhob den Arianismus 359 sogar zur Staatsreligion.

Seine Unbeugsamkeit trug Athanasius fünfmalige Amtsenthebung und Verbannung ein. Insgesamt verbrachte er über 17 Jahre im Exil: 335–37 in Trier, 340–46 in Rom, 356–62 in der ägyptischen Wüste, 362–63 in Oberägypten (Thebais) und 364–66 in der Einöde bei Alexandria. Lediglich die letzten sieben Jahre seines Lebens konnte Athanasius – er starb am 2. Mai 373 in Alexandria – unter den Kaisern Valens und Valentinian I. in Frieden seines Amtes walten. Er hinterließ zahlreiche apologetische und dogmatische Schriften, darunter die um 370 verfasste Biographie seines väterlichen Freundes Antonius des Einsiedlers (hl.), womit er nachhaltig den Weg der lateinischen Kirche beinflusste und entscheidend zur Verbreitung des  Einsiedlerlebens beitrug, was schließlich zur Bildung von Eremitengemeinden, den Vorläufern der späteren Klöster, führte.

Athanasius »der Große« war eine »Säule der Kirche« und der »Vater der Orthodoxie«. Er wird heute in allen christlichen Kirchen verehrt und nimmt unter den Kirchenlehrern einen ersten Platz ein. Seine Gebeine wurden einst nach Konstantinopel und vor der Eroberung der Stadt durch die Osmanen (Türken) im Jahre 1453 nach Venedig gebracht.

Darstellung: als alter Mann mit langem Bart, entweder als Mönch oder im Gewand eines griechischen Bischofs

Attribute: Buch oder Schriftrolle, Säule (»Säule der Kirche«)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010